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Die manuelle Medizin befasst sich im Rahmen der üblichen diagnostischen und therapeutischen Verfahren mit reversiblen Funktionsstörungen am Haltungs- und Bewegungsapparat. Sie umfasst alle manuellen diagnostischen und therapeutischen Techniken an der Wirbelsäule und an den Extremitätengelenken, die zur Auffindung und Behandlung dieser Störungen dienen.
Sie basiert auf zwei Säulen: Manuelle Diagnostik nach dem sog. 5/5-Schema von Dr. med. Herbert Frisch 1) Programmierte Anamnese 2) Untersuchungsblock der körperlichen Basisuntersuchung: Inspektion, aktive und passive Bewegungsprüfung, Palpation, Gelenk- und Muskeltests. 3) Neurologische und angiologische Tests, wenn die Anamnese oder die Basisuntersuchung Hinweise für eine Erkrankung der Nervenbahn oder der Blutgefäße ergibt. 4) Technische Zusatzuntersuchungen 5) Diagnose: wird zunächst als vorläufige Diagnose gestellt, um nach Durchführung einer Probebehandlung und evtl. weiterer Untersuchungen zur endgültigen Diagnose zu führen. Manuelle Therapie umfasst:
- Weichteiltechniken: Funktions- und Quermassage, Querfriktionen. - Mobilisation: Zwei Gelenkpartner werden mit einer relativ großen Bewegungsamplitude und geringer Geschwindigkeit gegeneinander bewegt oder voneinander entfernt. - Manipulation: chirotherapeutische Lösung einer Minderbeweglichkeit - Neuromuskuläre Therapien (NMT): Muskelbehandlungen und/oder Gelenkmobilisationen mit Hilfe neurophysiologischer Mechanismen, Dehnungen. - Stabilisierende Maßnahmen: Trainingstherapie, Koordinationstraining. Die Behandlung: Während der Behandlung und im Anschluss wird kontinuierlich mit dem Patienten kommuniziert. Die für das Problem verantwortlichen Strukturen werden auf dieser Basis mit genau dosierten und gezielt ausgewählten physiologischen Bewegungen, Zusatzbewegungen und anderen Techniken behandelt. Während und im Anschluss an die Behandlung findet sofort ein Wiederbefund der wichtigsten Testbewegungen statt. Dies ermöglicht die sofortige Korrektur der vom Therapeuten aufgestellten Hypothesen. Der Wiederbefund erfolgt stetig während der Behandlung, um die Techniken an den Zustand des Patienten und sein Problem anzupassen. Zusätzlich wird mit dem Patienten ein Heimprogramm erarbeitet. Dieses enthält, genau abgestimmt, z.B. Übungen zur Automobilisation, muskulären Rehabilitation, Mobilisation des Nervensystems oder andere erforderliche Maßnahmen zur selbstständigen Weiterführung der Therapie.
Der Patient wird über den Schutz seiner Gelenke und anderer Strukturen informiert und erhält eine Beratung wie er aktiv der Wiederkehr der Symptome entgegen wirken kann.
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